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 Sei der Weltenwanderer

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Juri
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BeitragThema: sei der Weltenwanderer   Di Nov 03, 2009 10:58 pm

Ja, dankeschön für den Empfang happy

Ok, hab verstanden, werde in Zukunft versuchen, mich deutlicher auszudrücken, wenn es nicht gelingt, dürft ihr selbstverständlich gerne nachhaken... happy

Joa, der Satz hieß eigentlich nix anderes, als dass ich von meiner Art her halt gerne an mir bekannten und vertrauten Dingen festhalte und deshalb von vorneherein ein Wandern in andere Welten nicht unbedingt als notwendig erachtet habe...(allerdings weiß ich ja, dass gerade dies für eine Horizonterweiterung unabdingbar ist, nur zwischen wissen und bewusst sein existieren halt manchmal leider Unterschiede!) aber auch hier kommt es halt immer darauf an, was man alles als andere/ neue Welt betrachtet, manchmal ist dies auch schon der Fall, wenn man von einer völlig, einem selbst fremden Lebens- oder Verhaltensweise beeindruckt ist und daran teilhaben darf...
(eins muss ich aber auch noch sagen: manche Sachen sind bei mir manchmal bewusst recht offen und frei formuliert, damit jeder selbst für sich darüber nachdenken kann - die Gefahr dabei ist natürlich, dass dabei auch Sachen in Äußerungen hineininterpretiert werden können, die so vielleicht nicht angelegt waren, aber das ist schließlich Gedankenfreiheit, oder? Wink
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Juri
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BeitragThema: Sei der Weltenwanderer   Mi Dez 23, 2009 2:33 am

Gestern war Wintersonnenwende.

Passend dazu hatten wir unsere Weihnachtsfeier mit den Yoga-Leuten, bei der ich das erste Mal dabei war. Das Thema war "Wandel" (ich musste bei dem Wort unwillkürlich an "wanderschaft" denken, steckt ja auch rein vom wort her schon irgendwie mitdrin. Und auch der inhaltliche Zusatz, der dazu genannt wurde, "schmerzlich, weil man sich von altem vertrauten trennen muss" und "anstrengend/ energieaufwändig, weil man immer wieder über seine eigenen Horizonte gehen muss", kam mir sehr bekannt vor, hab ich irgendwo schon mal von gehört...^^)

Zu diesem Anlass der Weihnachtsfeier bzw. Jahresabschlussfeier wird rückblickend auf das Jahr immer ein Ritual durchgeführt. Jeder schreibt das auf einen kleinen Zettel, was er hinter sich lassen bzw. loswerden möchte, und dieser wird dann zusammen mit den anderen in der glut verbrannt (es ist unglaublich, was alles auf einen so winzigen Zettel passt und was einem alles noch einfällt, bevor man den in die Flamme wirft... Wink ) Statt des Zettels bzw. seines Inhalts nimmt man sich dann das Licht, also das Neue, was man sich wünscht, in form einer kleinen brennenden Kerze mit. (noch symbolträchtiger wärs, wenn man die Kerze direkt an der Glut entzündet, funktioniert aber leider nicht...)
Zuvor wurde ein Text zur Meditation vorgetragen (natürlich auch zum Thema Wandel), der mich sehr angesprochen, um nicht zu sagen "mitgenommen" hat. Ich hatte plötzlich das Gefühl, wieder Lösungen offeriert zu bekommen, die ich noch vor kurzem als gänzlich absurd verworfen hatte oder die in meinem Kopf so noch gar nicht existierten.
An sich ging es im Text darum, seine alten Gewohnheiten abzulegen und sein wahres Inneres zum Vorschein treten zu lassen, sich dadurch Neuem anzuvertrauen. an manchen Stellen wurde gesagt (wenn ich das jetzt noch richtig rekonstruieren kann), man soll den Mut haben, sich fallen zu lassen, ohne genau zu wissen, wo und wie man landet. Man soll Wege ausprobieren, auch wenn man nicht von vorneherein das Resultat kennt oder gar das Risiko eingeht, mit dem Resultat am Ende nicht zufrieden zu sein. Man soll sich zwar stets Sachen wünschen, aber sich davon lösen, Wünsche immer in ihrer Zielfixiertheit wahrzunehmen (legt man diese fixiertheit ab, können sie einem stattdessen sehr viele Sachen offerieren, die man nicht erwartet oder zu denken vermocht hätte). Im weiteren sinne ging es also darum, den Wandel vom Alten ins Neue bewusst werden zu lassen. Der Text endete sinngemäß mit den Metawünschen:

"Ich lasse los und öffne mich dem Unvorhergesehenen.
Ich vertraue darauf, dass ich es schaffen (im Sinne von "das Neue meistern") kann
und das meine innerste reine Macht (=rein von allem erworbenen Übel) mich lenken wird."

wie gesagt, der Text hat mich sehr berührt und meine Gedanken wie in einem immer wieder neu entzündeten Feuerwerk miteinander konkurrieren lassen. Für und wider, alt und neu. Doch das Problem bei diesen Texten ist: man liest das heraus, was man hören möchte, denn es kommt auf den Betrachter an, was alt und was neu ist. Ab wann ist beispielsweise eine Verhaltensweise alt und ab wann neu? Gibt es dabei das alte Neue oder gar das neue Alte? Noch mehr wagen oder wieder Gemäßigtheit walten lassen? FRagen über FRagen, die einen von der Illusion der EINEN Lösung immer weiter fort kommen lassen...

es ist und bleibt ein Feuerwerk - oder wie Goethes Faust es nannte: "Zwei Seelen wohnen, ach!, in meiner Brust!" (ich könnte ihn auch an anderer Stelle zum Ziteiren bemühen: "Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!" Übrigens eine sehr gute TExtstelle aus dem Faust, um theathermäßig mit der Stimme zu experimentieren und nebenbei schönes Thema: Magie und das Streben nach höherer Erkenntnis...Wink)
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Robba
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BeitragThema: Re: Sei der Weltenwanderer   Do Dez 24, 2009 5:28 pm

Wunderschönes Julfest nachträglich und frohe Weinachten meine Freunde.

Danke für diesen fantastischen Beitrag du Weltenwanderin.
Deine Fragen am Ende sind der einzige Grund warum ich mich wieder einschieben muss. Und ich hoffe, dass ich die anderen Muffins nicht hiermit davon abhalte deinen Beitrag zu lesen und auf sich wirken zu lassen.

Ab wann bildet man sich ein Neues zu sehen. Horizont --> Viele Neuen Dinge erscheinen einem, wobei einem nicht auffällt, dass man immernoch nur 10 Prozent der "Wirkichkeit" wahrnimmt. Nichts als Schatten des Jetzt die angepriesen werden als die Rettung.

Als einzige mir bewusste Antwot auf dieses Dilemma kann ich dir, zu dem was dieser Text uns empfiehlt, noch dazu geben: Offenheit.
Im Endeffekt lautet meine Antwort sogar 8.
Sei offen für die Einflüsse und vertraue auf den Pfad der 8 (den wir hoffenltich nicht extra definieren müssen. Den Energien folgen und so. Weiß jeder bescheid? Ist wichtig.)

Ein letzter Tip:
Der Konflikt den du hier schaffst mit dem 'was ist Alt und was ist Neu'. Diese Frage hier in dieser Form zu stellen => Das ist Alt. Sei dir darüber bewusst.


Und ich greif Mind schonmal vorweg:
Hermann Hesse ist in seinem "Steppenwolf" davon überzeugt, dass auch Fausts darstellung der zwei Seelen eine herbe und krasse Vereinfachung ist. Aber wenigstens der erste Weg um von der wahnsinnigen Illusion der EINEN Persönlichkeit wegzukommen. Das es noch viel viel mehr sind, und diese Pluralität anzuerkennen ein wichtiger Schlüssel ist.
PS.: Wenn du nicht schon längst von der Illusion des Einen Lösungsweges weggekommen bist wär ich sehr enttäuscht. o.Ô very happy
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BeitragThema: Re: Sei der Weltenwanderer   Mi Dez 30, 2009 2:11 am

Amen!
Ich danke dir, Force, wollte ich gerade schreiben Wink

Und so von wegen Zielfixiertheit und Wünsche, kann ich später auch noch was von Hesse aus dem Glasperlenspiel zitieren =)
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Juri
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BeitragThema: Sei der Weltenwanderer   Sa Feb 13, 2010 3:20 am

hier ihr Hesse-Fans, hab mich gestern mit einem unterhalten, der Philosophie studiert und ziemlich viel und vor allem ziemlich gerne was von Hesse verschlingt...
ich habe ihn gefragt, wie er Weltenwanderschaft demnach definieren würde... er meinte, dass dies noch besser als im "steppenwolf" in "Goldmund und Narziss" erklärt wäre... in dem buch geht es darum, dass Goldmund (ich hoffe, ich krieg das mit der Namenzuordnung noch richtig hin...) und Narziss im kloster leben und einer der beiden auszieht, um sein Leben zu LEBEN (während der andere weiterhin abstinent bleibt), er wandert in die Welt und entdeckt Welten, die ihm bis jetzt verborgen/ untersagt waren: ums in den Worten meines Gesprächspartners wiederzugeben: "Leute kennen lernen, Saufen, feiern, sexuelle Freizügigkeit, rumhuren,..." Nach dem er alles erlebt hat, kehrt er ins kloster zurück, um seinem Freund zu berichten. - scheiße, jetzt krieg ich die Pointe nicht mehr zusammen - also entweder sagt der Dortgeblieben jetzt, dass ers bereut, nie sein Leben gelebt zu haben und aus den klostermauern herausgewandert zu sein... oder - moment, da war aber noch der aspekt mit der Rastlosigkeit, das war Thema, als wir grade den LKW überholt haben, ich hab das bild mit der visuellen Gedankenverknüfpung noch genau vor mir...- also oder der Ausgezogene stellt nun fest, dass er nie zu Ruhe gekommen ist, dass er immer nur von einer welt in die nächste gehechtet, ja geflüchtet ist, und nie angekommen ist, nie den Sinn, die Geborgenheit, das Gehenlassen und zu Ruhe kommen, seinen FRieden gefunden hat (im Gegensatz zu dem anderen...) oder weil er alles gelebt hat, kann er jetzt durch seine Rückkehr zu Ruhe kommen (???) - Mist, ich kriegs echt net mehr hin, klingt alles sehr plausibel, vielleicht hab ich auch in meinen Erinnerungen was aus unseren Forumsbeiträgen hierzu vermischt... kann mir wer helfen, Dennis vielleicht???

Ich könnt auch einfach mal die gute Wiki fragen...^^

Auf alle Fälle soll ich zu unserem Thema hier das buch weiterempfehlen!!!
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Robba
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BeitragThema: Re: Sei der Weltenwanderer   Sa Feb 13, 2010 7:12 pm

KLingt wie ein guter und plausibler GEdankengang.
GEnau (also grob aber exakt Wink ) zu wissen wie das war wär schon interessant.
Aber was solls. GEhen wir einfach mit allen diesen Szenarien um.

ICH hab aber grad keinen Bock very happy Bin zu müde ^^
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Juri
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BeitragThema: Sei der Weltenwanderer   So Feb 14, 2010 3:46 pm

an anderer Stelle gings ja schon mal um höhenängste, Flugängste, etc... wer folgende Phobien und TRaumata ebenfalls bei sich wieder entdeckt, sollte folgendes "Therapierezept" mal ausprobieren...^^:

Hilflosigkeit, mit etwas konrfontiert zu sein, was man nicht steuern kann, genauer gesagt, etwas an den Füßen zu haben, was man nicht lenken kann und was seltsame eigendynamiken entwickelt - Angst vor einer unkontrollierbaren überdimensionalen Masse, die sich UNSTRUKTURIERT (^^) und absolut unvorhersehbar bewegt - Stressoren, wie lauter lärm aus Techno und kreischenden kindern (ja, ich will Lehrer werdeen...^^), Tussen, die aus kuscheldrang Ketten bilden und somit ein hindernis darstellen, Prollos, die aus Gründe der Selbstdarstellung und aufmerksamkeitsgeheisch "Show-Prügeleien" durchführen, knutschende Pärchen, die den einzigen ruhigen Platz, der Bandenrand, für sich reserviert haben - Misstrauen anderen Leuten gegenüber - Abneigung gegen alle, die gegen den Strom fahren - Asympatien für Jugendlche in krellen klamotten und Haarfarben, die Feiern und saufen - Konfrontation mit einem gesellschaftlichen bild von kindheit- und jugend, die man (so) nicht erlebt hat - Konfrontation mit dem Zwang, sich in Leistungs-Bezugs-gruppen als Sportlegasteniker einordnen zu müssen - Unfähigkeit, angemessen reageiren zu können und trotz sämtlicher Stressfaktoren nicht zu verkrampfen- ....

...der sollte zur Primetime an einem Samstagnachmittag zur Faschingszeit in der Eissporthalle Schlittschuh-Fahren gehen.... very happy ...und dreimal geistig zu sich selbst sagen: locker bleiben, locker bbleiben, locker bleiben...^^

(gelingt letzteres, kann das ganze enormen Spaß machen und vor allem drastisch das Selbstbewusstsein und die Selbstzufriedenheit steigern)

"Bleib nicht stehen, sondern gehe weiter"...auf die Weltenwanderschaft! headbang!
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Juri
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BeitragThema: Sei der Weltenwanderer   So Feb 14, 2010 4:09 pm

Rechercheergebnisse zum Eintrag davor:

"Bereits der Titel des Buches lässt annehmen, dass es sich bei den Hauptpersonen in Hesses Roman „Narziß und Goldmund“ um zwei gegensätzliche Charaktere handelt. Beide sind, jeder auf seine Art, besondere Menschen auf der Suche nach Vollkommenheit. Während Narziß sich in geistiger und religiöser Annäherung an die Idee des vollkommenen Lebens und Gott nähert, sucht Goldmund die Erfüllung in der Kunst als Wanderer und freier Künstler. Angetrieben von Visionen der „Mutter“, deren Geheimnis es ist, die größten Gegensätze, wie Geburt und Tod, Güte und Grausamkeit, sowie Leben und Vernichtung zu vereinen, verliert er sich in der Kunst und wendet sich von Gott ab, indem er sich den Gelübden der Gehorsamkeit und Enthaltsamkeit entzieht, nicht mehr beichten und beten geht und sogar zum Mörder wird. Aber diese Lebensweise ist für Goldmund die richtige. Er braucht immer neue Erfahrung und wird von seinen Visionen vorangetrieben, um sein Leben, welches aus den Gegensätzen des sesshaften Künstlers und seiner anderen Leidenschaft, dem Wandern, besteht, zu verbinden. Immer wieder erkennt er in den Phasen der Reflexion seines Lebens das Muttergesicht, welches sein Leben bestimmt."

"Auch Narziß erkennt in Goldmund, der als frommer Schüler ausschließlich danach strebt, in das Noviziat aufgenommen zu werden, seinen „Gegenpol“ und seine „Ergänzung“. In einem intensiven Gespräch deckt Narziß einen wichtigen Teil Goldmunds auf, den dieser in der Vergangenheit vergessen und verdrängt hat. Erschüttert stellt Goldmund fest, dass etwas in seinem Inneren aufgebrochen ist und erkennt schließlich das Bild seiner Mutter, die vor langer Zeit von zu Hause weggegangen ist, nachdem sie sich nach langer Zahmheit wieder ihrer früheren Künste und Übungen als Tänzerin und Männerverführerin erinnert. Goldmunds Vater versuchte, bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreich, die Erinnerung an seine Mutter negativ zu beeinflussen. Das Bild dieser Mutter treibt ihn an, andere Lebensformen zu entdecken."

"Goldmund, der seine Gefühle ausgelebt hat, durchschaut das Leben des Narziß und weiß, dass dieser mit seinem Leben nicht zufrieden sein kann, denn er muss auf alle schönen Dinge, wie Liebe, die das mütterliche Lebensprinzip vorschreibt, verzichten. Goldmund glaubt den Frieden mit Gott nicht gefunden zu haben, ist aber glücklich, da die „Sinnlichkeit“ durch die Kunst ihn beseelen konnte."

„Narziß ist ebenso wenig der reine Geistesmensch, wie Goldmund der reine Sinnenmensch – sonst bräuchte einer den anderen nicht, sonst schwängen sie nicht beide um eine Mitte und ergänzten sich. Narziß kann das brutale Wort vom Heiligen und Wüstling sagen, und kann am Ende doch das Ganze von Goldmund Leben liebend bejahen“
(aus einem Brief Hesses an Schrempf 1931)

Und noch ein paar Zitate aus dem buch:

"Vielleicht, dachte er, ist die Wurzel aller Kunst und vielleicht auch allen Geistes die Furcht vor dem Tode. Wir fürchten ihn, wir schauern vor der Vergänglichkeit, mit Trauer sehen wir immer wieder die Blumen welken und die Blätter fallen und spüren im eigenen Herzen die Gewissheit, dass auch wir vergänglich sind und bald verwelken. Wenn wir nun als Künstler Bilder schaffen oder als Denker Gesetze suchen und Gedanken formulieren, so tun wir es, um doch irgend etwas aus dem großen Totentanz zu retten, etwas hinzustellen, was längere Dauer hat als wir selbst." (Hermann Hesse, Narziß und Goldmund)

"Jedes Leben wird ja erst durch Spaltung und Widerspruch reich und blühend. Was wäre Vernunft und Nüchternheit ohne das Wissen vom Rausch, was wäre Sinnenlust, wenn nicht der Tod hinter ihr stünde, und was wäre Liebe ohne die ewige Todfeindschaft der Geschlechter?" (Hermann Hesse, Narziß und Goldmund)

"Genau dort, wo die Bilder aufhören, fängt die Philosophie an." (Hermann Hesse, Narziß und Goldmund)

"Kein Zweifel: vom Kloster aus, von der Vernunft und Moral aus gesehen war sein eigenes Leben besser, es war richtiger, steter, geordneter und vorbildlicher, es war ein Leben der Ordnung und des strengen Dienstes, ein dauerndes Opfer, ein immer neues Streben nach Klarheit und Gerechtigkeit, es war sehr viel reiner und besser als das Leben eines Künstlers, Vagabunden und Weiberverführers. Aber von oben gesehen, von Gott aus gesehen - war da wirklich die Ordnung und Zucht eines exemplarischen Lebens, der Verzicht auf Welt und Sinnenglück, das Fernbleiben von Schmerz und Blut, die Zurückgezogenheit in Philosophie und Andacht besser als das Leben Goldmunds?" (Hermann Hesse, Narziß und Goldmund, S. 305)

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Narzi%C3%9F_und_Goldmund

Interpretationen meinerseits lasse ich hier bewusst weg, jeder soll die möglichkeit haben, eigene Vergleiche zu ziehen und sich die vorher aufgeworfene Frage selbst zu beantworten, welcher Asugang der Geschichte nun plausibel ist (kann mit dem wiki-Artikel nicht abschließend beantwortet werden) ...Themen unsererseits sind jedenfalls genügend versteckt vorhanden...
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Ferahamar
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BeitragThema: Re: Sei der Weltenwanderer   Di Feb 16, 2010 8:51 pm

Bis her inhaltlich alles soweit korrekt. Ergänzend kann ich nur noch mal die Pointe erwähnen, die du vergessen hattest. Und zwar verführt Goldmund die Geliebte eines Fürsten, der ihn daraufhin zum Tode verurteilt. Doch vor der Urteilsvollstreckung kommt ein Priester in Goldmunds Gefängniszelle, der ihn noch seine Beichte abnehmen soll. Dieser Priester ist Narziß, der ihm erklärt, dass er frei gesprochen wurde. Mit Narziß kehrt Goldmund wieder in das Kloster zurück (von dem Narziß übrigens mittlerweile der Abt ist).

Was die Assoziation zur Weltenwanderschaft betrifft werde ich noch mal drüber nachdenken.
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Juri
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BeitragThema: Sei der Weltenwanderer   Do Apr 01, 2010 1:31 am

dieser auszug stammt eigntlich aus einem wikipediaartikel zur evolutionstheoretischen entwicklung des flows...(wens interessiert, die Erklärung kommt erst nach dem auszug hier...http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_%28Psychologie%29):

" * Die Natur ist in einem ständigen Wandel begriffen. Lebensumstände und Verhaltensweisen, die sich eine Zeitlang als günstig für das Überleben und die Fortpflanzung bestimmter Lebewesen (d. h. Individuen, Mitglieder einer Population) erwiesen haben, verlieren dadurch ihre Vorteile. Die Lebewesen sind gezwungen, sich neue Fähigkeiten anzueignen oder neue Lebensräume aufzusuchen. Anderenfalls drohen sie zu sterben, bevor sie Nachkommen in die Welt gesetzt haben. Je nach angeborener emotionaler Ausstattung reagieren die Lebewesen unterschiedlich auf diese Herausforderung. Die Bandbreite der Reaktionen lässt sich anhand zweier Extremtypen beschreiben:

* „Konservative“ Lebewesen leiden unter einem schwachen Selbstvertrauen. Am wohlsten fühlen sie sich daher in Standardsituationen. Schon kleine Abweichungen vom Gewohnten bereiten ihnen Stress und vermitteln ihnen das Gefühl der Überforderung. Dauernd haben sie Angst davor, ihre eingespielten Verhaltensweisen bzw. angestammten Lebensräume aufgeben zu müssen. Aufgrund dieser Versagensangst entwickeln sie auch keine Bereitschaft, sich neue Fähigkeiten anzueignen, um mit den geänderten Gegebenheiten besser zurecht zu kommen. Wegen ihrer Unflexibilität laufen diese Lebewesen mit wachsender Änderung ihrer Umwelt Gefahr zu sterben, bevor sie ihre Gene an die nachfolgende Generation vererben können. Konservative Lebewesen können sich nur solange am Leben halten und fortpflanzen, wie sie in einer sehr statischen Umwelt leben, wo sie sich auf ihre bewährten Fähigkeiten verlassen können.

* „Explorative“ Lebewesen hingegen fühlen sich schnell unterfordert und verfallen in Langeweile, wenn sie keine Gelegenheit haben, Neues zu erleben. Dafür sind sie auch bereit, Mühen und Anstrengungen auf sich zu nehmen. Ständig suchen diese Lebewesen nach neuen Reizen und wechseln deshalb auch ohne zwingenden äußeren Grund häufig ihren Lebensraum. Mit ihrer Rastlosigkeit und ihrem unstillbaren Hunger auf neue Herausforderungen (vgl. Appetenzverhalten) eröffnen sich ihnen zwar manche Chancen, die konservativen Lebewesen vorenthalten bleiben. Vor lauter Überdruss setzen sie diese Chancen aber leicht wieder aufs Spiel und gehen dadurch unnötige Risiken für ihr Leben und ihre Fortpflanzung ein. Explorative Lebewesen profitieren von ihrer Neugier und ihrem Übungseifer nur solange, wie sie in sehr dynamischen Umwelten leben, wo sie schneller als ihre konservativeren Artgenossen Antworten auf die geänderten Bedingungen finden."

Weltenwanderschaft mal biologisch gesehen...hehe
very happy

bin da grad nur durch ein Telefonat mit einer guten FReundin drauf gekommen, habe darin grade viel über den flow gerlernt und versuche es, jetzt zu begreifen...vor allem ihre gewählten beispiele werden mich noch ne zeitlang beschäftigen...
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Robba
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BeitragThema: Re: Sei der Weltenwanderer   Do Apr 01, 2010 11:20 am

Ich habe nciht verstanden was das mit dem Flow zu tun hat, finde es aber interessant. Vllt steht ja was im Artikel.
EDIT:
---> Ja, habs jetzt verstanden. BEzieht sich auf seine Argumentation, die ich auch verstehe, die auch nicht ganz falsch ist. Es ist immer gut was über den FLow zu lesen. ^^ Ich habe früher immer gesagt "Ohne den Flow geht nix" ^^

Ansonsten weiß ich nicht wie glaubwürdig dieser Artikel ist ehrlich gesagt. Meint ihr dass diese EInteilung zutrifft, auf Lebensformen bezogen? BEsser gesagt ob dieses Erklärungsmodell tragfähig ist? Dieser MEnsch wirft hier ERklärungsmodelle durcheinander, von denen er denkt dass sie mit dem Flow zusammenhängen, und benennt sie so.
Das vorhaben ist löblich, keine Frage! very happy Aber wie gelungen?
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BeitragThema: Sei der Weltenwanderer   Do Apr 01, 2010 10:15 pm

ich hab zwar von bio keine ahnung, aber ich fands auch ein bisschen ne seltsame herleitung...auch die anderen infos haben mich jetzt nicht so beeindruckt, da hat Jeanette und ihre Bio-mitstudentin das mir gegenüber besser auf den Punkt gebracht...
naja, wollts hier auch net unbedingt als Erklärung für den Flow posten, sondern fand eher die Beschreibung der "konservativen" und "explorativen" Lebewesen zum schmunzeln, und dann auch noch der Bezug zur Lebensraum-Wanderschaft...^^
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Robba
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BeitragThema: Re: Sei der Weltenwanderer   So Aug 15, 2010 9:50 pm

Liebe ..... ... ... oh Mann Liebe Leute. .... woha

Ohne euch zu erklären was genau los ist: Jeder der das liest darf mir, wenn er/sie will einen Tipp geben. ^^
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BeitragThema: Re: Sei der Weltenwanderer   Mo Aug 16, 2010 7:51 pm

Sei einfach du selbst! happy

Liebe & Frieden, meine Freunde!

Gruß
Mind
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BeitragThema: Sei der Weltenwanderer   Mo Aug 16, 2010 11:11 pm

Is ein wirklich geiles, unbeschrieblich schönes Gefühl, kann ich für meinen persönlichen Fall nur grade selbst allzu gut bestätigen ;-)

Nach meiner bisherigen ERkenntnis würde ich sagen, Liebe tritt immer dann ein, wenn man das GEfühl hat, das was man innerlich gesucht hat, gefunden zu haben (zumindest für den vorläufigen Stand der entwicklung ist man mit sich und (dem) anderen in völligem einklang und die Seele hat (vorerst) kein Beüdrfnis mehr, ihre lange Wanderschaft fortzusetzen), Deshalb:

Genieße es, solange dein Seelen-Zustand anhält!!! very happy

(Ich glaube der Zustand verlängert sich, wenn man keinen Erwartungsdruck ausübt, weder an sich, noch an den anderen. Und wenn man seinen permanenten Unzufriedenheits-/ Unruhe- und Erkenntnisdrang auf ein gesundes Maß kontrolliert. Das hab ich in meiner entwicklung in den letzten eineinhalb Jahren gelernt und weiß es nun zu schätzen!) ;-)

Wie waren die alt ehrwürdigen drei Wörter?
love, peace and respect?
very happy

Nebenbei: ich wusste echt nicht, dass der 8.8. so ein magisches Datum ist, jetzt hab ichs erlebt: dinge geschehen an diesem Tag zum achten Mal, aber erst jetzt in ihrer Perfektion! Krass!!!

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BeitragThema: Sei der Weltenwanderer   Mo Aug 16, 2010 11:26 pm

und noch was zum Thema Weltenwanderschaft, ist grad so eine Art vorläufiges persönliches REsümee, was ich grad ner FReundin geschrieben habe, ohne zunächst zu merken, dass es hervorragend zur Weltenwanderschaft und deshalb auch hierher gehört:

"...aus eigener erfahrung kann ich dir sagen, dass entwicklungen von menschen, die sich gegenseitig bedingen und helfen, nie gradlinig verlaufen, sondern immer in phasen voran schreiten, in denen der eine mehr lernt als der andere und umgekehrt. Und oft kann man selbst oder der andere auch dinge grade gar nicht verstehen, die der Gegenüber schon längst begriffen hat. Deshalb braucht es und sollte man auch zeit zur Entwicklung lassen, manchmal kommt nach einer gewissen zeit ein aha-Effekt, bei dem man plötzlich versteht, was man damals erklärt bekommen hat, aber man muss halt selbst erst dahinter kommen! Anders geht’s nicht… und manchmal sind dazwischen halt auch augenscheinliche Durststrecken, in denen man meint, es tut sich nicht viel in der eigenen entwicklung (in denen man in den eigenen Horizonten verharrt, statt neue wege in der Denkensart zu gehen und dinge neu zu sehen und alte zu hinterfragen…) aber es tut sich trotzdem was, denn der Geist arbeitet auch unbewusst, man kanns nur nicht immer sehen, doch irgendwann schlagen die neuen Erkenntnisse sich den Weg nach draußen, denn was horizonterweiterungen anbelangt gibt es kein zurück mehr, die kann einem auch nichts und niemand mehr nehmen!!! ;-)"

Joa, der Beitrag davor und der hier (und eigentlich noch vieles tiefergehende mehr) musst grad in meiner Erkenntnis-euphorie raus! Oh mann, sowas habe ich lange bereits vermisst, dass es im Hirn wieder mal so richtig abgeht und es einem dieses unbeschreibliche hochgefühl tiefer Erkenntnis beschert! Dieses wünsch ich euch und allen ebenso von ganzem Herzen!

Eins noch, was ich auch grad vor lauter FReude erzähleln will: hab jemanden gefunden, der das Wagnis eingeht, mit mir spontan (!!!) eine woche wegzufahren, und zwar ziemlich kostengünstig nach Paris... mal schauen, ob sowas auch zu den Facetten der Liebe gehört
Wink

Ne schöne Zeit!
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